Freiwillige Feuerwehr
     Bremen-Schönebeck

Alarmierung 26/17 -  Orkantief Xavier
am 05. Oktober 2017 um 12:43 Uhr
Bremen

Auch wir waren gestern im Einsatz, um die Schäden, welche das Orkantief angerichtet hatte, zu beseitigen. Insgesamt betrug die Einsatzdauer für beide Fahrzeuge zehn Stunden und zählte damit zu einem Großeinsatz für uns.

Unsere Tätigkeiten umfassten dabei das Entfernen von Bäumen, welche auf Häuser, Pkw's oder im Straßenraum lagen und somit eine Gefahr darstellten.

Der Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen sind weitergehende Informationen zu entnehmen.

 

Besondere Einsätze

Silobrand Kraftwerk Hastedt

11. – 22. Oktober 2008   

Das Kohle in einem Kraftwerk zur Gewinnung von Wärme und Strom verwendet wird ist bekannt. Wenn jedoch die Erzeugung von Wärme aus Steinkohle außerhalb des Kessels geschieht, dann ruft das den Einsatz der Feuerwehr auf den Plan. So geschehen am Sonntagvormittag, den 11. Oktober in einem 30m hohen und ca. 3000 Tonnen fassenden Kohlesilo des Heizkraftwerkes Bremen-Hastedt.



Dort ist es zu einem Schwelbrand in dem mit ca. 2600 Tonnen Steinkohle gefüllten Silo Nr.4 gekommen. Man entschied sich daraufhin zu einer kontrollierten vollständigen Entleerung des Silos über eine Förderbandstrecke.
   
Vier Trupps zum Teil unter Atemschutz kontrollierten während der Entleerung ständig die Förderbänder auf eventuelle Glutnester. Aufgrund von technischen Problemen kam es immer wieder zu längeren Stillständen der Förderbänder. 12 Stunden nach Feststellung des Schwelbrandes befanden sich noch immer 2/3 der ursprünglich 2600 Tonnen Steinkohle in dem Silo.

Die FF Schönebeck wurde am Sonntagabend per Funkmeldeempfänger zur Ablösung der schon seit etlichen Stunden im Einsatz befindlichen FF Neustadt alarmiert. An der Einsatzstelle eingetroffen beschränkte sich unsere Tätigkeit lediglich auf die Kontrolle der Förderbänder. Wir waren dann auch heilfroh, als pünktlich um 01.00 Uhr unsere Ablösung eintraf und wir uns schleunigst „vom Acker“ machen konnten.

Am Montagmorgen kam es während unserer Abwesenheit zu einer heftigen Verpuffung im Silo Nr. 4 in deren Folge das Dach und ein Teil der Förderanlage in das Silo stürzten. Am späten Montagnachmittag erhielten wir dann telefonisch über unseren Wehrführer erneut einen Auftrag zur Ablösung von Einsatzkräften. Dieses Mal galt es eine Schicht am Dienstag von 06.00 – 12.00 Uhr zu übernehmen.
Wir machten uns auf einen wenig spannenden Einsatz gefasst. Zuerst beschränkte sich unsere Tätigkeit lediglich auf die Unterstützung eines Saugwagens von einem hiesigen Entsorgungsunternehmen beim Abpumpen von durch Kohlestaub verunreinigten Löschwassers aus einem vollgelaufenen Keller unterhalb des Silos Nr.4. Dann jedoch wendete sich plötzlich das Blatt. Mit Beginn der Helligkeit wurde eine zunehmende Rauchentwicklung aus dem Silo Nr. 4 verzeichnet.

Der Einsatzleiter entschied sich daraufhin für den Einsatz eines recht imposanten 45m-Teleskopsteigers der Werkfeuerwehr Daimler-Chrysler um einen Schaumteppich über das Brandgut zu legen. Das Löschboot der Feuerwehr Bremen sorgte für ausreichend Schaummittel und den erforderlichen Wasserdruck.



Zahlreiche Kräfte der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Wehren aus Vegesack und Schönebeck beobachteten aus sicherer Entfernung den Löschvorgang als es dann zu einer völlig unerwarteten Verpuffung innerhalb des Silos Nr. 4 kam.
Scheinbar konnte die Druckwelle nicht nach oben entweichen und bahnte sich ihren Weg durch die Förderanlage unterhalb des Silos. Durch die Verpuffung kam es zu einer starken Rauchentwicklung aus dem Bereich der Förderanlage unterhalb des Silos.

Kaum hatte sich die Aufregung nach der Verpuffung gelegt, da kam über den Einsatzstellenfunk schon ein neuer Einsatzbefehl. Dieses Mal gab es eine Feuermeldung aus dem sich ebenfalls auf dem Gelände befindlichen Blockheizkraftwerk. Zusammen mit den Kräften der Berufsfeuerwehr und der FF Vegesack waren wir in wenigen Minuten vor Ort.

In einem Kohlesilo dem sogenannten Tagesbunker auf 11m Höhe kam es zu einer starken Hitzeentwicklung. Mitarbeiter des Kraftwerkbetreibers waren bereits vor Ort und hatten die Anlage von Außen mit 2 C-Rohren gekühlt. Gemeinsam mit einem Trupp der BF übernahm ein Trupp unserer Wehr unter schwerem Atemschutz die Aufgabe der Kühlung der Anlage. Kaum hatten sich die Trupps mit ihren Strahlrohren in Position gebracht, beendete ohne Vorwarnung eine heftige Verpuffung innerhalb der Anlage den Einsatz.
Fluchtartig verließen die beiden Trupps das Gebäude über die Treppenhäuser und brachten sich in Sicherheit. Zum Glück gab es bei dieser Verpuffung außer einem Schrecken für die Einsatzkräfte keine Verletzten. Nachdem unsere Ablösung eingetroffen war, machten wir uns erschöpft auf den Rückweg.



Auch in den kommenden Tagen war die Feuerwehr personell und materiell sehr stark an der Einsatzstelle gebunden. Auch die Schönebecker Mitglieder des Fernmeldedienstes wurden des Öfteren zur Besetzung des Einsatzleitwagens ELW 2 an der Einsatzstelle benötigt. So erschien es denn auch nicht verwunderlich das man uns am Freitagnachmittag erneut zur Einsatzstelle beorderte. Während dieser Schicht stellten wir lediglich Sicherungstrupps ab, die bei Schweißarbeiten unterhalb der Silos Nr. 1 und 2 den Brandschutz gewährleisteten. Ein weiterer Trupp stand bei der Entleerung einer Kohlemühle unterhalb des Tagesbunkers in Standby.
Derweil gingen die Arbeiten am brennenden Silo Nr. 4 unentwegt weiter. Nachdem bereits ein kleiner Abbruchbagger ein Loch in die Außenhaut des Silos „geknabbert“ hatte, wurde ein großer Longfront-Bagger eingesetzt um die Außenhaut des Silos noch weiter zu öffnen.


Am Montagabend nahm dann die Intensität des Schwelbrandes derartig zu, so das sich die Feuerwehr für einen massiven Löschangriff entschied. Hierzu wurde auch das Wasserfördersystem eingesetzt, welches neben dem Feuerlöschboot für die Wasserversorgung von mehreren Wasserwerfern benötigt wurde.
Wir übernahmen mit einer Gruppe eine weitere Schicht am Dienstagmorgen, speisten mit unserem LF 8 einen Wasserwerfer ein und sorgten für den störungsfreien Betrieb des Wasserfördersystems. Um 12.00 Uhr wurden wir dann ein letztes Mal an der Einsatzstelle abgelöst.

Am Mittwochmittag, den 22. Oktober wurde dann endlich das erlösende „Feuer aus!“ verkündet. Für uns ging damit einer der längsten Einsätze in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schönebeck zu Ende. Noch lange wird dieser Einsatz für Gesprächsstoff innerhalb der Feuerwehr sorgen.


Weitere Informationen siehe Pressemitteilung Nr. 86, 87 und 89 aus dem Jahr 2008 der Feuerwehr Bremen

oder auf den Internetseiten des Kraftwerksbetreibers

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